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Progressionsvorbehalt bei ausländischen Vermietungseinkünften


17. September 2017 Autor Keine Kommentare Kommentar schreiben
In vielen Fällen glauben Personen, die in Österreich ansässig sind und im Ausland Immobilien besitzen und vermieten (z.B. das Ferienhaus auf Mallorca, die Ferienwohnung in der Schweiz), dass für die Besteuerung der Mieteinkünfte ausschließlich der Belegenheitsstaat – also jener Staat in dem die Immobilie liegt - zuständig ist. Dies mag zwar in den meisten Fällen zutreffen; dabei darf aber nicht übersehen werden, dass die ausländischen steuerbefreiten Einkünfte in den meisten Fällen im Inland dem sogenannten Progressionsvorbehalt unterliegen.

Der österreichische Einkommensteuersatz ist progressiv ausgestaltet. D.h. mit steigendem Einkommen steigt der Steuersatz überproportional. Würden die ausländischen Einkünfte bei der Berechnung der österreichischen Einkommensteuer unberücksichtigt bleiben könnte ein Steuerpflichtiger durch Aufteilung der Einkünfte auf mehrere Länder die unteren Progressionsstufen des ESt-Tarifes mehrfach ausnützen. Um dies zu verhindern existiert der Progressionsvorbehalt.

Der Steuersatz für die inländischen Einkünfte wird dabei nämlich so berechnet, als ob auch die ausländischen Einkünfte im Inland steuerpflichtig wären. Es wird also ein Durchschnittssteuersatz gebildet in dem die ausländischen Einkünfte miteinbezogen werden. Der so errechnete bzw. erhöhte Durchschnittssteuersatz wird anschließend auf die inländischen steuerpflichtigen Einkünfte angewendet. Dies führt regelmäßig zu Steuernachzahlungen im Inland.

Nach der Rechtsprechung des VwGH (29.7.2010, 2010/15/0021) kommt der Progressionsvorbehalt auch dann zur Anwendung, wenn er im betreffenden Doppelbesteuerungsabkommen nicht ausdrücklich vorgesehen ist bzw. wenn er vom Doppelbesteuerungsabkommen nicht ausdrücklich ausgeschlossen wird. Denn der Progressionsvorbehalt ergibt sich allein aus der Rechtssystematik des österreichischen Einkommensteuergesetzes.

Natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben sind unbeschränkt steuerpflichtig. Die unbeschränkte Steuerpflicht erstreckt sich auf alle in- und ausländischen Einkünfte. Der Steuersatz bemisst sich nach dem Gesamtbetrag der Einkünfte, worin innerstaatlich der Progressionsvorbehalt seine Grundlage findet. Daraus folgt aber auch, dass der Progressionsvorbehalt auch dann zur Anwendung gelangt, wenn bereits der Methodenartikel des betreffenden Doppelbesteuerungsabkommens dem ausländischen Staat das alleinige Besteuerungsrecht zuordnet und der Progressionsvorbehalt vom Doppelbesteuerungsabkommen nicht ausdrücklich ausgeschlossen wird (dies gilt z.B. für Spanien).

Mit anderen Worten, der Progressionsvorbehalt kommt bei ausländischen Einkünften für im Inland ansässige Personen fast immer zur Anwendung. Die ausländischen Vermietungseinkünfte wirken sich somit progressionserhöhend auf das inländische (Rest-)Einkommen aus. Der Progressionsvorbehalt führt in vielen Fällen zu nicht unbeträchtlichen Steuererhöhungen bzw. Steuernachzahlungen.

In Anbetracht der Tatsache, dass der Datenaustausch zwischen Steuerbehörden verschiedener Länder immer intensiver wird und der Staat immer mehr Maßnahmen setzt, um „Schlupflöcher“ zu schließen sollte ein allfälliges Steuerrisiko in diesem Bereich nicht unterschätzt werden.

Haben Sie noch Fragen zum Thema „Progressionvorbehalt und Mieteinkünfte im Ausland“. Mag. Peter Knöll ist Steuerberater in Wien mit Tätigkeitsschwerpunkt Immobiliensteuerrecht. Mit seinem Fachwissen unterstützt er Sie gerne. Rufen Sie ihn einfach unter 0650/ 634 70 42 an.
Web: http://www.steuerberater-wien.at/



Mag. Peter Knöll

Mag. Peter Knöll, Steuerberater
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Progression, Progressionsvorbehalt, Progressiver Staffeltarif 
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